Was ist Chronologiekritik?

Nachempfundenes Holzpferd in Troja (Türkei) © I. U. Topper

Chronologiekritik beschreibt die Erforschung unserer Geschichte aus einer Sicht, die Daten, Dokumente und Überlieferungen kritisch hinterfragt, analysiert und auf den Prüfstand stellt. Dabei werden oft althergebrachte Anschauungen umgeworfen, besonders die zeitliche Einordnung vieler geschichtlicher Ereignisse vor der Renaissance.

Die Vielseitigkeit unserer Beiträge findet man im Lesesaal.

Das geschichtliche Gerüst, an dem wir die Abfolge unserer Kulturphasen orientieren —Griechen, Römer, Christentum, Mittelalter, Renaissance— beruht auf einer Übereinkunft, die unserer Ansicht nach im 15. und 16. Jahrhundert ausgearbeitet wurde. Sie hat wenig mit wirklichen Daten zu tun, sondern diente vor allem den Interessen bestimmter Mächte; diese wollten eine Geschichte nach Maß schaffen, die ihren Zwecken dienlich war. Die hier vorgestellten Aufsätze belegen durch detaillierte Analysen, daß ein Großteil der Ideen, aus denen unser Geschichtsbewußtsein besteht, auf falschen Dokumenten beruht.

Manche Theorien, die auf dieser Seite vorgestellt und diskutiert werden, stülpen unser Geschichtsbild vollkommen um. Auf der Schlagzeilenseite werden einige der überraschendsten Ergebnisse zusammengefaßt. Allerdings wird hier kein endgültiges Schema der revidierten Geschichte angeboten; das kann es im Moment noch gar nicht geben. Hier wird gezeigt, in welchem Stadium sich die Diskussion befindet. Unsere Seite bietet Artikel, Buchrezensionen und kritische Essays an, immer auf wissenschaftlicher Grundlage.

An dieser Debatte nehmen viele unabhängige Forscher teil. Unter ihnen gibt es Soziologen, Ingenieure, Physiker, Mathematiker… die größtenteils in Deutschland leben, wo mehrere Dutzend Bücher und verschiedene Zeitschriften den Fortschritt der Zeitforschung belegen. Außerdem nehmen in zunehmendem Maße auch Experten aus Frankreich, England und den Vereinigten Staaten teil. Auch in Rußland gibt es eine historische Schule, die eine radikale Revidierung der Chronologie vorschlägt. Oft sind die Ansätze dieser verschiedenen Gruppen sehr unterschiedlich und gegenseitige Kritik ist häufig.

Die Debatte ist nicht neu, obwohl sie seit Anfang der neunziger Jahre neu erstarkt ist. Aber in allen Jahrhunderten hat es Forscher gegeben —manche von ihnen berühmte Denker und anerkannte Professoren— die erkannt haben, daß unser Geschichtsbild auf einer Basis von Fälschungen beruht. Ihre Entdeckungen sind zeitweise beachtet und diskutiert, später aber auch wieder totgeschwiegen worden. Einige ihrer Werke werden hier bekanntgegeben.